Diese Geschichte begann damit, dass ich für eine Arbeitskollegin, die in der Marketingabteilung tätig ist, ein Paar Custom Sneakers für ihren Sohn anfertigte. Da Accelleron zu dieser Zeit Sponsor des Alfa Romeo F1 Team ORLEN war und das große Firmen-Spin-off von ABB gefeiert werden sollte, kam die Idee auf, den Formel-1-Fahrern Bottas und Zhou bei diesem Event handbemalte Sneakers zu übergeben. Als diese Anfrage in meinem Postfach landete, staunte ich nicht schlecht.
Der Zeitplan für die Realisierung war extrem knapp, aber für die Chance meines Lebens, selbstbemalte Schuhe an F1-Fahrer zu übergeben, wollte ich keine einfachen Logos draufklatschen – hier musste ich 200% geben. In einem Großkonzern gibt es strenge Richtlinien für Corporate Identity, Firmenlogos und Farben. Wir einigten uns schließlich darauf, dass ich bei den persönlichen Fahrerschuhen völlig freie Hand hatte. Für das dritte Paar, das zugunsten von Save the Children versteigert werden sollte, musste das Firmenlogo jedoch integriert werden.
Also entschied ich mich dafür, ein Formel-1-Auto so zu malen, dass auch das Accelleron-Logo perfekt zur Geltung kommt. Auf die Innenseite kam mir die Idee, das jeweilige Helmdesign einzuarbeiten. Da diese detailreichen Designs unzählige Stunden verschlangen, musste ich für einige Wochen fast meine gesamte Freizeit – vor allem späte Abende – opfern, um die Deadline einzuhalten. Am Ende steckten stolze 37 Stunden Arbeit im F1-Paar und jeweils 34 Stunden in den beiden Paar Schuhen für Bottas und Zhou.
Das Ganze war definitiv eines meiner absolut besten Erlebnisse. Bis zum Moment der Übergabe war ich gar nicht wirklich nervös – vor allem auch deshalb, weil ich wegen des Überraschungseffekts niemandem etwas davon erzählen durfte. Als ich dann aber plötzlich auf die Bühne gerufen wurde und alles vom ursprünglichen Ablauf abwich, schoss die Nervosität schlagartig nach oben: Da zu stehen, vor so vielen Leuten, und den F1-Fahrern persönlich die Schuhe zu übergeben, war ein echter Adrenalinkick. Nach ein paar Sekunden hatte ich mich jedoch gefasst und den unvergesslichen Moment einfach nur noch genossen.

